Digitalisierung im Großanlagenbau

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Die Studie untersucht den Stand der Digitalisierung im internationalen Großanlagenbau und die Marktanforderungen im Jahr 2025.

Der Stand der Digitalisierung im internationalen Großanlagenbau und die Marktanforderungen im Jahr 2025 standen im Mittelpunkt einer Kooperation der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Ein zentrales Ergebnis ihrer gemeinsamen Studie: Der Marktanteil digitaler, datengesteuerter Dienstleistungen wird sich bis dahin verdreifacht haben und die Geschäftsmodelle verändern. Die Studie identifiziert spezifische Fähigkeiten, die es Großanlagenbauern ermöglichen, das Marktpotenzial im Jahr 2025 voll auszuschöpfen. Dazu gehören zum Beispiel Kenntnisse im Change Management, die Beherrschung agiler Methoden im Projektmanagement, die Förderung einer Gründermentalität und die Entwicklung intelligenter Logistikkonzepte, mit denen sich insbesondere Baustellenprozesse optimieren lassen.

Untersucht wurden der Stand der Digitalisierung im internationalen Großanlagenbau sowie die Marktanforderungen im Jahr 2025. Dabei wurden die führenden deutschen Unternehmen sowohl mit traditionellen als auch mit neuen, stärker digital getriebenen Wettbewerbern weltweit verglichen, ihre Marktposition evaluiert und mögliche Handlungsfelder aufgezeigt.

Basierend auf einer quantitativen Umfrage unter mehr als 40 Anlagenbauern und zahlreichen Interviews mit internationalen Branchenexperten zeigt die Studie, dass die heute mit einem Anteil von rund 60 Prozent dominierenden technologieorientierten Geschäftsmodelle („technology enabled“) bis 2025 erheblich an Bedeutung verlieren werden. Digitale, datengesteuerte Dienste und Serviceleistungen („open digital“) werden ihren Marktanteil bis 2025 hingegen mehr als verdreifachen. „In diesem veränderten Umfeld werden Fähigkeiten wie Agilität und Flexibilität immer wichtiger“, betonte Dr. Hannes Storch, Mitglied der Geschäftsleitung der Outotec GmbH & Co. KG und stellvertretender Sprecher der AGAB, anlässlich der Veröffentlichung der Studie in Frankfurt.

Die Unternehmen des Großanlagenbaus sind gefordert, sich rasch auf die veränderte Marktsituation und die neuen Kundenbedürfnisse einzustellen. Auf Basis eines digitalen Referenzmodells identifiziert die Studie 18 für den Großanlagenbau spezifische Fähigkeiten, die notwendig sind, um die Marktpotenziale im Jahr 2025 umfassend nutzen zu können. Dazu zählen beispielsweise Kenntnisse im Changemanagement, die Beherrschung agiler Methoden im Projektmanagement, die Förderung einer Gründermentalität und die Entwicklung intelligenter Logistikkonzepte, mit deren Hilfe vor allem Baustellenabläufe optimiert werden können.

„Der deutsche Großanlagenbau hat beim Aufbau der für die Digitalisierung benötigten Fähigkeiten bereits bemerkenswerte Erfolge erzielen können und liegt in einigen Bereichen sogar deutlich vor seinen Wettbewerbern“, erklärt Christian Elsholz, Experte für den Anlagenbau bei PwC und Projektleiter der Studie. Dies sei zum Beispiel in den Bereichen Cybersicherheit und virtuelle Realität der Fall, die von 94 Prozent der deutschen Anlagenbauer als entscheidende zukünftige Fähigkeiten eingestuft werden. „Vor dem Hintergrund radikaler technologischer Umbrüche und sich rapide verändernder Kundenanforderungen ist es allerdings wichtig, dass die Unternehmen ihre digitale Transformation weiter konsequent vorantreiben“, erläutert Elsholz. „Transparenz über Prozesse und eine enge Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb der Wertschöpfungskette, etwa im Rahmen integrierter Plattformen, werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.“

Im Gegensatz zum internationalen Wettbewerb setzen deutsche Großanlagenbauer beim Kompetenzaufbau überwiegend auf die Entwicklung interner Fähigkeiten. Nur in geringem Maße kaufen sie externes Know-how über den Markt zu. „Um den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern, muss die Branche sich stärker öffnen und mehr Experten mit hoher Digitalkompetenz an sich binden“, so PwC-Experte Elsholz. „Eigene Entscheidungsspielräume für die Mitarbeiter, attraktive Entwicklungsmöglichkeiten und zeitgemäße Arbeitszeitmodelle sind Instrumente, die sich in diesem Zusammenhang als hilfreich erwiesen haben.“

Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Großanlagenbau die Digitalisierung zunehmend als Chance begreift, um effizienter zu werden und die Anforderungen der Kunden optimal bedienen zu können. Deutlich wurde auch, dass noch erhebliche Investitionen erforderlich sind, um die erwarteten Veränderungen im Markt bis 2025 erfüllen zu können. „Pauschallösungen hierfür gibt es nicht. Die Studie bietet jedoch eine Richtschnur, die jedes Unternehmen individuell nutzen kann, um die wesentlichen Schritte zum digitalen Erfolg selbst zu definieren“, lautet das Resümee des stv. AGAB-Sprechers Storch.

 

Vor dem Hintergrund des radikalen technologischen Umbruchs und der sich rasch ändernden Kundenanforderungen ist es wichtig, dass Unternehmen ihre digitale Transformation konsequent weiter vorantreiben. Die Transparenz der Prozesse und die enge Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb der Wertschöpfungskette, zum Beispiel im Rahmen integrierter Plattformen, werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.

 
Als netzwerkorientierter Verband bietet der VDMA bereits heute viele Formate - wie zum Beispiel den Engineering Summit - an, die Raum für den Dialog mit Partnern aus der Wertschöpfungskette bieten.
Ein Pressefoto von Dr. Hannes Storch, Managing Director & Vice President Metals and Chemicals Processing, OUTOTEC, und stv. Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau sowie die vollständige Studie finden Sie als Download auf dieser Seite.

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