Projektanbahnung in Schlüsselmärkten stärker politisch flankieren!

@Peer Frings - Fotolia

Vor dem Hintergrund des seit Jahren zunehmenden Wettbewerbsdrucks sind die Herausforderungen des Großanlagenbaus bei der Projektanbahnung in Schlüsselmärkten deutlich gestiegen.

Die Herausforderungen des Großanlagenbaus sind gerade bei der Anbahnung von aussichtsreichen Großprojekten in den Schlüsselmärkten Asiens und Afrikas, aber auch der MENA-Region deutlich gestiegen. Dabei gehört die eigenverantwortliche Planung und Errichtung von großen Industrieanlagen, die vielfach in Entwicklungs- und Schwellenländern die Erschließung ganzer Regionen erst ermöglichen, zum Markenkern des Großanlagenbaus. Mit der Erschließung neuer und der Pflege entwickelter Märkte leistet der VDMA-Großanlagenbau einen erheblichen Beitrag zur Anbahnung und Erhaltung deutscher Wirtschaftsbeziehungen mit dem Auslland.

In den letzten Jahren haben sich jedoch vor allem die asiatischen Länder bei strategisch wichtigen Großprojekten neben der offensiven finanziellen Unterstützung durch regelmäßig hochrangige politische Flankierung ausgezeichnet. Sie nehmen damit einerseits die Politik ihrer Kundenländer sichtbar wahr und unterstreichen andererseits die Bedeutung der bilaterialen Beziehungen: Mosaiksteine, die letzendlich häufig mit ausschlaggebend waren, um den Zuschlag für Megaprojekte zu erhalten. Dem im VDMA organisierten Großanlagenbau blieb meist nur noch die Rolle des Technologiegebers, wenn er überhaupt an diesen Projekten partizipieren wollte.

Als potenzieller Gerneralunternehmer für solche EPC-Projekte wird er zusehends bereits im Stadium der Projektanbahnung kaum mehr berücksichtigt. Dabei zeigt eine akltuelle Studie des BMWi, dass 79 % aller Unternehmen, die im internationalen Projektgechäft tätig sind, weiterhin am EPC-Geschäft interessiert sind.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der VDMA Großanlagenbau, dass die Bundesregierung die grundsätzliche Bedeutung solcher Projekte für die deutsche Wirtschaft insgesamt erkannt und die Geschäftsstelle im BMWI für "Strategische Auslandsprojekte" als wichtige Koordinierungsstelle fester im Organigramm des Ministeriums verankert hat. So gilt es, die bestehenden Institutionen der politischen Flankierung mit ihren jeweiligen Aktivitäten noch effizienter zu verzahnen und hierbei vor allem den Informationsfluss zu verbessern.