Doppelbesteuerungsrisiko nimmt zu

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Aktuell bleiben die Risiken der Doppelbesteuerung nicht nur ungelöst, sondern sie verstärken sich zunehmend.

Das internationale steuerliche Umfeld ändert sich derzeit sehr stark. Dabei bleiben die Risiken der Doppelbesteuerung nicht nur ungelöst, sondern sie verstärken sich durch unabgestimmte Umsetzung der OECD/G20-Vorschläge zur Vermeidung von steuerlichen Gewinnverlagerungen[1]. I

Im Rahmen der Missbrauchsbekämpfung werden vor allem bei der Verteilung der Besteuerungsrechte die Interessenkonflikte der einzelnen Staaten sichtbar. Nach den OECD/G20 Plänen sollen Gewinne künftig verstärkt am Ort der Wertschöpfung besteuert werden. Mit einer noch stärkeren Aufweichung der Definition des Betriebsstättenbegriffs und damit einhergehender Planungsunsicherheit ist zu rechnen. Das BEPS-Projekt hat zudem eine erhebliche Erweiterung von Berichts- und Dokumentationspflichten, wie Country-by-Country-Reporting und Verrechnungspreisdokumentationen für Montagebetriebsstätten, zur Folge.

Vor diesem Hintergrund erkennt der VDMA Großanlagenbau die Initiativen des Bundes an, insbesondere die mangelhafte DBA Abdeckung in den Schlüsselmärkten Afrikas zu entschärfen. Konkret hat Deutschland DBA Verhandlungen mit Senegal, Nigeria, Angola, Botsuana, Äthiopien, Ruanda und Tansania aufgenommen, um das Risiko von Doppelbesteuerung zumindest in diesen Ländern zu begrenzen.

  • Der VDMA Großanlagenbau fordert die Bundesregierung auf, an diese Schritte anzuknüpfen und die mit dem BEPS-Projekt verbundenen Wettbewerbsnachteile mit praxisnahen Lösungen zu beseitigen. 
     

Die Positionen des VDMA Großanlagenbaus zum Handlungsbedarf in der Außenwirtschafts- und Steuerpolitik werden in einer separaten Broschüre ausführlich begründet. Die Broschüre ist ist bei der Geschäftsstelle agab@vdma.org erhältlich.

 

[1] BEPS = Base Erosion and Profit Shifting.