Digitale Geschäftsmodelle werden marktfähig

@ThyssenKrupp Industrial Solutions

Die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle rückt immer stärker in den Fokus des Anlagenbaus.

Die Potenziale von Digitalisierung und Industrie 4.0 beschäftigen den Großanlagenbau in starkem Maße. Erfreulich ist, dass die Branche heute offenbar deutlich besser auf die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet ist als noch vor wenigen Jahren. Laut einer aktuellen VDMA-Studie verstehen sich mittlerweile 70 % der befragten Unternehmen als digital reif (2015: 39 %).

Fest steht, dass die Einführung von Industrie 4.0 im Großanlagenbau ein evolutionärer Prozess ist, der sich nicht in einem einzigen Schritt umsetzen lässt. Vielmehr erfordert eine erfolgreiche Implementierung von Industrie 4.0 ein Maßnahmenbündel, das von der Anpassung der Prozesse und Strukturen der Unternehmen über die Entwicklung von Netzwerken und digitalen Produkten bis hin zur Einführung neuer Kommunikationslösungen zwischen Kunden und Anlagenbauern reicht. Patentrezepte hierfür gibt es nicht. Die Unternehmen müssen vielmehr individuelle Lösungen finden, die das spezifische betriebliche Umfeld und die jeweiligen Kundenanforderungen im Blick haben. 

Neben den vielfältigen Chancen treten auch die mit der Digitalisierung verknüpften Herausforderungen mittlerweile klarer ins Bewusstsein des Anlagenbaus. In der Studie werden dabei Sicherheitsrisiken, fehlende Standards und die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal als wesentliche Handlungsfelder identifiziert. Vor allem der Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeiter wird mit zunehmender Intensität geführt, auch weil immer mehr Unternehmen aus verschiedenen Branchen um eine begrenzte Anzahl von digitalen Top-Talenten konkurrieren. 

Die Studie ist auf Anfrage bei der Geschäftsstelle agab@vdma.org erhältlich

Relevanz von Kooperationen steigt

Trotz dieser Verbesserungen ist die Digital Readiness im Anlagenbau noch ausbaufähig. Um voran zu kommen, nutzen die Unternehmen zunehmend auch externes Wissen für ihre Zwecke. Laut der Studie werden dabei verschiedene Ansätze verfolgt: Jeweils rund 40 Prozent der Befragten betrachten den Zukauf von Kompetenzen am Markt, die Mitarbeit in Unternehmens- und Verbandsnetzwerken sowie die Etablierung von Partnerschaften als sehr relevant.

Bei letztgenanntem Aspekt spielen vor allem Kooperationen mit Softwarehäusern und Start-ups eine wichtiger werdende Rolle. Die Branche verfolgt damit das Ziel, den technologischen Wandel erfolgreich zu gestalten, Risikominimierung zu betreiben und rasch auf Marktchancen zu reagieren. Einige Anlagenbauer sind sogar noch einen Schritt weitergegangen und haben eigene Start-ups gegründet, die bereits heute erfolgreich am Markt agieren. Dabei tragen der intensive Austausch über die innovativen Arbeitsmethoden der Tochtergesellschaften – Stichworte sind hier Design Thinking, Visualisierung, Agilität und Scrum – und der für Start-ups typische offene Umgang mit Fehlern letztlich auch zum Geschäftserfolg der Muttergesellschaft bei. Der VDMA hat sich dieser Thematik bereits angenommen und mit der Startup-Machine eine neue Plattform geschaffen, die Start-ups und Maschinenbaubetriebe zusammenbringen soll (https://future.vdma.org/startups).