Papier- und Zellstoffanlagen

Voith Paper

Die weltweite Papierproduktion ist gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 2 % gesunken, wobei in den verschiedenen Marktsegmenten sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten war.

Die globale Nachfrage nach neuen Papier- und Zellstoffanlagen sowie nach Umbauten pendelte sich angesichts der stagnierenden Papierproduktion wie erwartet unter Vorjahresniveau ein. Im chinesischen Markt machte sich neben den länderspezifischen Faktoren auch das negative weltwirtschaftliche Umfeld bemerkbar. Dagegen verzeichneten Verbrauchsmaterialien für den existierenden Maschinenpark eine global betrachtet stabile Nachfrage.

Aufgrund der Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche setzte sich der Trend einer rückläufigen Nachfrage nach graphischen Papieren im vergangenen Jahr fort. Erneutes Wachstum verzeichneten hingegen Hygienepapiere wie etwa Toiletten- oder Küchenpapier. Global betrachtet erreichte diese Sparte 2019 einen neuen Produktionsrekord; bis 2023 erwarten die Marktteilnehmer einen weiteren Produktionsanstieg um rund 10%. Das größte Potenzial liegt dabei in Asien. Aufgrund der wachsenden Mittelschichten vor allem in China und Indien ist dort bereits seit längerem eine steigende Nachfrage nach Hygienepapieren zu beobachten.

Auch im Bereich der Karton- und Verpackungspapiere konnte 2019 ein Produktionszuwachs verzeichnet werden. Die erhöhte Nachfrage in diesem Segment ist vor allem auf den stark zunehmenden Internethandel zurückzuführen. Eine besondere regionale Entwicklung war in China zu beobachten. In Folge des Importstopps für Altpapier sank die Gesamtproduktionsmenge 2019 im Vergleich zum Vorjahr, da dem nationalen Markt durch die geänderte Einfuhrregelung eine wichtige Rohstoffquelle entzogen wurde.

Die Entwicklung auf dem europäischen Papiermarkt entsprach in etwa dem globalen Trend. Bei einer insgesamt leicht sinkenden Gesamtnachfrage war der Rückgang im Bereich der grafischen Papiere besonders ausgeprägt. Zugleich stieg auch in Europa die Produktion von Hygienepapieren spürbar an.

Aufgrund der hohen Investitionskosten sind viele Papierproduzenten dazu übergegangen, bestehende Anlagen zu optimieren, anstatt sie durch neue zu ersetzen. Dieser Trend ist auch in Deutschland zu beobachten und liefert dem Anlagenbau Anreize zum weiteren Ausbau des Servicegeschäfts. Auch 2019 haben Umbauten, der Kauf von Verschleiß- und Ersatzteilen sowie Instandhaltung und Wartung einen zunehmenden Anteil an den Gesamtaufwendungen der Papierindustrie ausgemacht. Branchenexperten rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends.

Grundlage für das globale Wachstum im Markt für Papier und damit für Papiermaschinen und -anlagen sind in erster Linie die fortschreitende Digitalisierung industrieller Prozesse sowie das weltweit zunehmende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. In einem weitgehend gesättigten Markt streben Papierhersteller danach, die Effizienz ihrer ­Fertigungsprozesse durch den Einsatz neuer Servicekonzepte zu steigern. Die Anbieter von Papiermaschinen und -anlagen unterstützen ihre Kunden dabei durch das Angebot digitaler Dienstleistungen.

Hierzu zählen etwa Lösungen, die eine zunehmend engmaschige Produktionsüberwachung ermöglichen und somit helfen sollen, den Ressourceneinsatz und den Energieverbrauch in der Fertigung zu reduzieren. Grundsätzlich ergeben sich durch die Entwicklung und Implementierung von Services für mehr ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren vielfältige Wachstumschancen für den Anlagenbau.

Potenzial bieten zudem neue Anwendungsfelder für den Werkstoff Papier. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Optimierung von Papiereigenschaften, etwa in der Entwicklung von verbesserten Beschichtungen zum Schutz vor Feuchtigkeit.

Schon die heutigen Materialeigenschaften, die durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe, biologische Abbaubarkeit und hohe Recyclingfähigkeit gekennzeichnet sind, führen dazu, dass Verpackungsmaterialien aus Papier in zunehmenden Maße als Ersatz für erdölbasierte Produkte nachgefragt werden. In Zukunft werden sich auf dieser Grundlage vermutlich weitere Einsatzmöglichkeiten und damit neue Märkte für den Werkstoff Papier erschließen lassen.