Perspektiven und Ausblick 2020

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Angesichts der weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie erscheint zum jetzigen Zeitpunkt ein Rückgang der Auftragseingänge unvermeidlich.

Großanlagenbau revidiert Ausblick

Die Mitglieder der AGAB zeigten sich in einer Umfrage zur erwarteten Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 optimistisch. Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Befragten ging von konstanten oder sogar steigenden Auftragseingängen aus. Allerdings stammen diese Einschätzungen noch aus dem Januar 2020. Damals waren die weitreichenden Auswirkungen der CoronaPandemie auf die Weltkonjunktur, die globalen Lieferketten sowie die Reisefreiheit noch nicht absehbar. Inzwischen fallen die Bewertungen deutlich konservativer aus. Unter den veränderten Rahmenbedingungen betrachtet der Großanlagenbau konstante oder sogar leicht rückläufiger Orders schon als Erfolg. Selbst ein Einbruch der Bestellungen, wie ihn die Branche im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2009 erleben musste, ist mittlerweile nicht mehr auszuschließen. Letztlich ist eine belastbare Prognose zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg nicht möglich.

Langfristige Wachstumsfaktoren bleiben intakt

Grundsätzlich bleibt der Großanlagenbau dennoch zuversichtlich. Die langfristigen Wachstumsfaktoren wie etwa das globale Bevölkerungswachstum, der steigende Energiebedarf und die Urbanisierung bleiben schließlich intakt. Darüber hinaus stellt die Branche ihren Kunden Lösungen für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zur Verfügung. Technologien für eine CO2 -reduzierte Stahl- und Zementproduktion, für eine kohlenstofffreie Stromerzeugung oder für die Herstellung von grünem Wasserstoff sind in diesem Zusammenhang Beispiele für die Innovationskraft des Großanlagenbaus.

Ferner fragen viele Betreiber immer häufiger technische Services entlang der gesamten Prozesskette nach, um die Lebensdauer, Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit von Industrieanlagen zu steigern. Gerade in unsicheren Zeiten, in denen weniger Investitionsmittel für neue Anlagen zur Verfügung stehen, können solche Dienstleistungen zu einer Stabilisierung der Auftrags- und Ertragslage beitragen. Und schließlich ist die Schulung von Anlagenpersonal seit jeher Kernbestandteil der Angebote des VDMA-Großanlagenbaus. Durch Trainings und Fortbildungsmaßnahmen befähigen die Anlagenbauer ihre Kunden, die gelieferten Anlagen mit eigenem Personal zu betreiben und zu warten. Vor allem in Schwellenländern, die häufig unter Unterbeschäftigung und Qualifikationsdefiziten leiden, können solche Angebote wichtige Vertriebsargumente sein.

Branche stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit

In einem Umfeld, das von hohem Preis- und Marktdruck sowie extremer Unsicherheit geprägt ist, arbeiten die Unternehmen des Großanlagenbaus kontinuierlich an der Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Neben dem Ausbau des Serviceportfolios sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung stehen Programme zur Erlangung digitaler Fähigkeiten im Fokus der Branche. Die Erschließung neuer Geschäftsfelder und die Etablierung unternehmensübergreifender Kooperationen sind weitere Hebel, die von den Mitgliedern der AGAB genutzt werden, um flexibel zu bleiben.

Der VDMA-Großanlagenbau beansprucht eine Führungsrolle auf dem Weltmarkt für Großanlagen. Das technologische Wissen der Unternehmen, ihre breite Methodenkompetenz sowie die internationale Ausrichtung des Industriezweigs sind gute Voraussetzungen, um sich im Wettbewerb zu behaupten. 

 

Allerdings können die Perspektiven je nach Segment stark variieren. Für eine spezifische Analyse empfiehlt sich daher die Lektüre der folgenden Branchenberichte, die die Einschätzungen der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau wiedergeben.